Holzfiguren auf einem Tisch symbolisieren familiäre Beziehungen und gemeinsame Lösungsfindung in der Beratung.

Gemeinsam neuen (Lebens)Mut schöpfen

Wenn die Seele leidet, ist professionelle Hilfe gefragt. Ob in akuten Krisen, bei familiären Konflikten oder in belastenden Lebenslagen: Unsere Mitarbeitenden stehen mit psychosozialen Angeboten Menschen in Kärnten zur Seite – kompetent, vertraulich und kostenlos.

Unter der Notrufnummer 142 ist unsere Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar – telefonisch und online. Unsere Familien- und Lebensberatung, Männerberatung, Suchtberatung und Psychotherapie unterstützen beim Umgang mit Konflikten, Belastungen und festgefahrenen Situationen. Bei einem Betretungs- und Annäherungsverbot bieten wir verpflichtende Gewaltpräventionsberatung an. 

Zahlen & Fakten 2025

  • 15.193 Anrufe von Menschen in schwierigen Lebenslagen erreichten unsere Telefonseelsorge.

  • 275 E-Mails und 615 Chat-Gespräche gingen in der Telefonseelsorge ein.

  • 23.271 Beratungen und Psychotherapien zeigten Menschen in Krisen in unseren Beratungsstellen der Lebens- und Familienberatung, Männerberatung, Suchtberatung und Psychotherapie einen Weg aus scheinbar aussichtslosen Situationen.

  • 6.583 Menschen fanden Hilfe in unseren Beratungsstellen.

  • 3.502 verpflichtende Beratungen von 710 Menschen, die ein polizeiliches Betretungs- und Annäherungsverbote erhalten haben, gab es in unserer Beratungsstelle für Gewaltprävention.

  • 203 Workshops mit 3.474 erreichten Schüler*innen wurden an Schulen zur Suchtprävention und Gewaltprävention abgehalten.

Beratungsgespräch zwischen zwei Personen in ruhiger Umgebung zur Bewältigung von Krisen und belastenden Lebenslagen.

Hilfe für die Seele in herausfordernden Zeiten

Nach dem tragischen Attentat in Villach boten wir in unserer Beratungsstelle in Villach rasch betroffenen sowie verunsicherten Menschen einen geschützten Raum, emotionale Unterstützung und Entlastung an. Gemeinsam konnten nicht nur Wege gefunden werden, die Ereignisse zu verarbeiten und individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln, sondern auch neue Kraft und Zuversicht geschöpft werden. In einer Zeit, in der gesellschaftlich und politisch vieles im Umbruch ist, herrscht große Verunsicherung. Das Unfassbare rückt plötzlich erschreckend nah und hinterlässt Betroffenheit und Trauer. Um sich in diesen Gefühlen nicht zu verlieren, bieten unsere Beratungsstellen Unterstützung an.

Person sitzt am Schreibtisch und nutzt einen Computer für eine vertrauliche Onlineberatung bei seelischen Belastungen.

Geschützter Raum für junge Menschen mit Sorgen

Ob Liebeskummer, Zukunftsängste oder andere Belastungen – Jugendliche und junge Erwachsene erhalten in der Onlineberatung unserer Telefonseelsorge einen anonymen, sicheren und wertschätzenden Raum, um sich ihre Sorgen von der Seele zu schreiben. Über Sofortchats, Mails oder Messenger können Jugendliche anonym und unkompliziert Kontakt aufnehmen.

Gerade nach belastenden Ereignissen, wie den Amokläufen von Graz und Villach, war spürbar, dass viele Jugendliche nach Orten gesucht haben, wo alle aufkommenden Gefühle Platz haben und nicht bewertet werden.

Wie wichtig dieses vertraute Kommunikationsmittel ist, um Sorgen, Bedürfnisse, aber auch Ängste zu formulieren, zeigt sich in den vielfältigen Themen der Ratsuchenden: So fühlt sich etwa ein 18-jähriger Maturant von der Trennung seiner Freundin und dem Lern- und Leistungsdruck überwältigt. Eine 20‑jährige Kärntnerin ohne soziale Kontakte sucht einen Ort, an dem sie „einfach plaudern kann“. Eine Philosophiestudentin, die sich zunehmend isoliert und in negativen Gedanken verliert, meldet sich, um mit ihrer Angst und Selbstverletzung nicht allein zu bleiben.

Unsere gut ausgebildeten Berater*innen der Onlineberatung stehen diesen und vielen weiteren jungen Menschen in Kärnten zur Seite. Im gemeinsamen Austausch suchen sie nach Perspektiven, Kraftquellen und den individuellen Stärken des*der Betroffenen und sind damit ein wichtiger Bestandteil der psychosozialen Unterstützung für junge Menschen in Kärnten.

Männerberatungssituation mit Flipchart zum Thema Rollenbilder und Erwartungen im Umgang mit Konflikten und Gewalt.

Verantwortung übernehmen

Seit 2021 betreiben wir die Beratungsstelle für Gewaltprävention für das Bundesland Kärnten. Dass Gewalt leider auch in Kärnten weitverbreitet ist, zeigen die von der Polizei ausgesprochenen Betretungs- und Annäherungsverbote sowie die damit verbundenen verpflichtenden Beratungen in unserer Einrichtung.

Unsere opferschutzorientierte Täterarbeit unterstützt Männer dabei, Verantwortung für ihr gewalttätiges Verhalten zu übernehmen und künftig gewaltfrei zu leben. Sie verfolgt ein klares Ziel: Gewalt zu stoppen und die Sicherheit von Frauen und Kindern nachhaltig zu stärken.

Gewaltprävention wirkt nur, wenn Opferschutz und Täterarbeit Hand in Hand gehen. Täter müssen die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Zwei Hände reichen einander und stehen symbolisch für Hilfe, Vertrauen und Gewaltpräventionsberatung.

Mit unserer Beratungsstelle für Gewaltprävention sowie unserer Männerberatung und in enger Abstimmung mit Opferschutzeinrichtungen wie dem Gewaltschutzzentrum Kärnten und den Frauenhäusern möchten wir Gewalt frühzeitig erkennen, einen Rahmen schaffen, in dem an gewalttätigem Verhalten gearbeitet werden kann, und so langfristig gewaltfreie Beziehungen ermöglichen.

Unser Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs)

Unser Bereich „Menschen in Krisen“ trägt zu einer resilienten, inklusiven und gewaltfreien Gesellschaft bei, in der Menschen in herausfordernden Lebenssituationen nicht allein gelassen werden, sondern professionelle Unterstützung erhalten, die ihre Lebensqualität nachhaltig verbessert.

Krisen können zudem rasch in existenzielle Notlagen führen. Durch frühzeitige Stabilisierung, Beratung und Begleitung tragen wir dazu bei, dass Belastungen nicht in Armut, Wohnungsverlust oder andere soziale Notlagen münden.

SDG 1 - Keine Armut | SDG 2 - Kein Hunger | SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen | SDG 5 - Geschlechtergleichheit | SDG 10 - Weniger Ungleichheiten | SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen